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Bayerisches Volksgetränk

bg06_Brotzeit07Wieviel Bier trinkt denn der Bayer so im Jahr?

Der Pro-Kopf-Konsum des Durchschnitts-Bayern interessiert, gilt doch der Gerstensaft in Bayern als Volksgetränk, was einen überdurchschnittlichen Bierdurst nahelegt.

In der Tat liegt der Pro-Kopf-Konsum an Bier in Bayern mit 130-135 Litern oberhalb des Bundesdurchschnitts, der 2014 bei 106,9 Litern lag.

Allerdings ist dies eine Schätzung, denn genau berechnen lässt der bayerische Bierkonsum sich nicht.

Wir wissen, dass in keinem anderen Bundesland die Treue der Biertrinker zu den einheimischen Bieren so groß ist wie in Bayern: Der Bayer trinkt am allerliebsten Bayerisches Bier. Und wir wissen, dass auch kein anderes Bundesland einen so hohen Anteil seiner eigenen Bierproduktion in andere Bundesländer liefert wie die bayerische Brauwirtschaft. Das Bayerische Bier mit seinen vielen Spezialitäten erfreut sich auch außerhalb der weiß-blauen Landesgrenzen größter Beliebtheit.

Wieviel (oder besser: wie wenig) nicht-bayerisches Bier jedoch in Bayern genau getrunken wird und wieviel bayerisches Bier den Preußen und anderen Nicht-Bayern durch die Kehle rinnt – exakt ist das nicht feststellbar.

Und ebenso wenig lässt sich die Biermenge bestimmen, die Gäste Bayerns beim Bayernurlaub oder bei einem Abstecher zum Oktoberfest hier trinken, ist doch ein Besuch im Freistaat kaum denkbar, ohne auch Bayerisches Bier getrunken zu haben.

Bier ist insofern in der Wahrnehmung vieler Menschen – Bayern und Gäste des Freistaates – integraler Bestandteil bayerischer Kultur und Lebensart, nach außen imageprägend und nach innen identitätsstiftend.bg06_Mass05

Da ist es für den Charakter des Bieres als „Bayerisches Volksgetränk“ nicht entscheidend, ob in Bayern im Jahr und pro Kopf ein paar Schluck mehr oder weniger getrunken werden.

So oder so Bayern zählt zu den führenden Regionen weltweit, was den Bierkonsum betrifft. Da ist die Frage nach dem Umfang von Rückständen solcher Schadstoffe, die für die menschliche Gesundheit bedenklich oder gar schädlich sind, natürlich von besonderer Bedeutung.

Das Reinheitsgebot verspricht dem Biertrinker hier ein hohes Maß an Sicherheit!

Bewusst sind Bayerns Brauer bestrebt, einerseits die Belastung durch Rückstände solcher Schadstoffe zu minimieren. Andererseits verzichten sie konsequent auf die Zugabe all solcher Stoffe, die beispielsweise Geschmack, Farbe oder Haltbarkeit des Bieres oder auch die Stabilität seines Schaumes künstlich beeinflussen sollen, und deren Verwendung sich in den zurückliegenden 500 Jahren als für die Bierproduktion völlig überflüssig erwiesen hat.

Die Beschränkung auf die Verwendung ausschließlich von Wasser, Malz, Hopfen und Hefe für die Bierproduktion in Bayern ist damit nicht nur ein Zeichen besonders hoher Braukunst; sie steht auch für ein Bekenntnis zum aktiven Verbraucherschutz, steht für ein in höchstem Maße reines Qualitätsprodukt.

Diese Bedeutung des Reinheitsgebotes findet sich schon in der Begründung zum Entwurf des Biersteuergesetzes vom 26. Juli 1918 eindrucksvoll bestätigt, mit dem der Erhalt des Reinheitsgebotes in der Weimarer Republik man01_biergartenifestiert wurde:

Die Erfahrungen haben gelehrt, dass das Reinheitsgebot ein stets gleichbleibendes und einwandfreies Produkt mit größter Sicherheit zu gewährleisten vermag und gesundheitliche Schädigungen des Verbrauchers, wie sie bei der Verwendung von Ersatzstoffen nicht selten zu beobachten waren, nicht herbeiführt!

So ist bayerisches Bier, gebraut nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 – in Maßen genossen – sicherlich die wohlschmeckendste Art, sein Wohlbefinden zu bewahren und zugleich die gemütlichste, die Hektik des Alltags abzubauen.

Was ließe sich noch alles Gutes über unser Bayerisches Bier sagen …

Aber leider dürfen gem. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (sog. Health-Claims-Verordnung) „Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent keine gesundheitsbezogenen Angaben“ tragen (Artikel 4 (3) a).

Eigentlich schade!

Aber wie sagte schon Sigi Sommer, Münchner Original (1914 – 1996):
„Das bayerische Bier ist vielleicht nicht das vorzüglichste in ganz Deutschland. Aber auf jeden Fall das beste Bier der Welt.“

Kurzfilm: Bierland Bayern

http://www.youtube.com/watch?v=pO-2O-WDTHg